
Zuckersteuer als Heilmittel? Wenn Ărzte zu Steuereintreibern werden
Der Marburger Bund, seines Zeichens Interessenvertreter von rund 147.000 angestellten und beamteten Ărzten, hat wieder einmal eine bahnbrechende Idee zur Rettung der Volksgesundheit prĂ€sentiert: mehr Steuern. Diesmal soll es den Zucker treffen, zusĂ€tzlich zu höheren Abgaben auf die altbekannten SĂŒndenböcke Alkohol und Nikotin. Man könnte meinen, die Ărzteschaft hĂ€tte in Zeiten kollabierender KrankenhĂ€user und ĂŒberlasteter Notaufnahmen wichtigere Themen auf der Agenda.
Die Steuer-Spirale dreht sich weiter
Bei ihrer Hauptversammlung in Berlin forderten die Mediziner die Bundesregierung auf, dem "Vorbild vieler anderer europĂ€ischer LĂ€nder" zu folgen. Ein interessantes Argument, bedenkt man, dass Deutschland bereits jetzt zu den HochsteuerlĂ€ndern Europas zĂ€hlt. Die Alkoholsteuer schlĂ€gt bereits mit satten 1.303 Euro pro 100 Liter reinem Alkohol zu Buche, wĂ€hrend Raucher pro Zigarette 11,71 Cent an den Fiskus abdrĂŒcken dĂŒrfen.
Doch das reicht den ĂrztefunktionĂ€ren offenbar nicht. Sie wittern ein "enormes volkswirtschaftliches Einsparpotential bei Krankheitskosten" und fordern "mutiges und zĂŒgiges Vorgehen". Ăbersetzt bedeutet das: Der Staat soll noch tiefer in die Taschen seiner BĂŒrger greifen, diesmal unter dem Deckmantel der GesundheitsfĂŒrsorge.
Bevormundung statt Eigenverantwortung
Was hier als medizinische Notwendigkeit verkauft wird, ist in Wahrheit ein weiterer Schritt in Richtung Bevormundungsstaat. Anstatt auf AufklĂ€rung und Eigenverantwortung zu setzen, sollen die BĂŒrger durch finanzielle Strafen zu einem vermeintlich gesĂŒnderen Lebensstil erzogen werden. Diese paternalistische Haltung passt perfekt zum Zeitgeist einer Politik, die ihre BĂŒrger offenbar fĂŒr unmĂŒndig hĂ€lt.
Besonders pikant: Die zusĂ€tzlichen Einnahmen sollen angeblich in "medizinische PrĂ€ventionsprogramme" flieĂen. Wer die deutsche Steuerpolitik kennt, weiĂ, wie solche Versprechen enden. Die Tabaksteuer sollte einst die Rentenkasse stĂŒtzen, die Ăkosteuer den Umweltschutz finanzieren. Heute versickern beide im allgemeinen Haushalt, wĂ€hrend die versprochenen Zweckbindungen lĂ€ngst vergessen sind.
Der sĂŒĂe Griff nach dem Geldbeutel
Eine Zuckersteuer wĂŒrde vor allem eines treffen: die Geldbeutel der normalen BĂŒrger. WĂ€hrend sich Besserverdienende ihre Marmeladenbrötchen weiterhin leisten können, mĂŒssten Familien mit kleinem Einkommen noch genauer rechnen. Es ist die typische Logik einer abgehobenen Elite, die glaubt, gesellschaftliche Probleme lieĂen sich durch Steuererhöhungen lösen.
Dabei zeigen Erfahrungen aus anderen LĂ€ndern, dass solche Steuern kaum den gewĂŒnschten Effekt haben. Menschen Ă€ndern ihr Verhalten nicht durch finanzielle Bestrafung, sondern durch Ăberzeugung und bessere Alternativen. Doch das wĂŒrde Arbeit bedeuten - echte PrĂ€ventionsarbeit, Bildung, Sport- und Bewegungsangebote. Stattdessen greift man lieber zur bequemen Lösung: neue Steuern.
Die wahren Probleme bleiben ungelöst
WĂ€hrend der Marburger Bund ĂŒber Zuckersteuern philosophiert, brennt es an allen Ecken des Gesundheitssystems. KrankenhĂ€user schlieĂen, PflegekrĂ€fte wandern ab, Landarztpraxen finden keine Nachfolger. Doch statt diese drĂ€ngenden Probleme anzugehen, beschĂ€ftigt man sich lieber mit neuen Steuerideen. Es ist symptomatisch fĂŒr eine Politik, die an den wahren Herausforderungen vorbeiregiert.
Die GroĂe Koalition unter Friedrich Merz hat versprochen, keine neuen Schulden zu machen. Stattdessen sollen offenbar neue Steuern die Löcher im Haushalt stopfen. Das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen fĂŒr Infrastruktur und die im Grundgesetz verankerte KlimaneutralitĂ€t werden die Inflation weiter anheizen. Die Zeche zahlen wieder einmal die BĂŒrger - jetzt auch noch beim morgendlichen Marmeladenbrötchen.
Es wĂ€re an der Zeit, dass sich ĂrzteverbĂ€nde wieder auf ihre Kernaufgabe besinnen: die medizinische Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen. Steuerpolitik sollten sie getrost anderen ĂŒberlassen. Die BĂŒrger brauchen keine weiteren Bevormundungen, sondern ein funktionierendes Gesundheitssystem und die Freiheit, selbst ĂŒber ihren Lebensstil zu entscheiden.
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