
Ethik à la Buyx: Erst Moralpredigt, dann „Arschgeigen“ – die Doppelmoral auf offener Bühne

Es gibt Momente, in denen sich der intellektuelle Anspruch der selbsternannten Tugendwächter unserer Republik selbst entlarvt. Auf der Berliner re:publica26, jenem alljährlichen Klassentreffen der digitalen Linksbohème, lieferte die ehemalige Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Alena Buyx, ein Lehrstück über genau jene Doppelmoral, die sie eigentlich anderen zur Last legen wollte. Unter dem pathetisch klingenden Titel „Streiten wir noch – oder hassen wir schon?“ diskutierte sie gemeinsam mit Linken-Chefin Heidi Reichinnek und CSU-Politiker Markus Blume über die Verrohung der politischen Sprache. Moderiert wurde die Runde von Michel Friedman.
Die Predigt von der hohen Kanzel
Buyx, die sich offenbar als Gralshüterin der deutschen Diskussionskultur versteht, ließ keine Gelegenheit aus, der politischen Rechten – sprich: einer „bestimmten Partei“, deren Name in diesen Kreisen offenbar nicht einmal mehr ausgesprochen werden darf – sprachliche Verrohung vorzuwerfen. „Professionelle Politiker“, so dozierte sie, sollten auf vulgäre Sprache verzichten. Rechte würden mit ihrer Wortwahl ihr Gegenüber „dehumanisieren“ und „nicht als vollen Menschen“ sehen. Eine schwere Anklage, vorgetragen mit der staatstragenden Ernsthaftigkeit einer Ethikprofessorin.
Der Sturz vom moralischen Sockel
Doch was dann folgte, war an Selbstentlarvung kaum zu überbieten. Im selben Atemzug, in dem sie die Sprachverrohung der politischen Konkurrenz beklagte, wünschte sich Buyx, dass solche Ausdrucksweisen künftig „nur noch von den Arschgeigen benutzt wird, nicht von euch!“ Tosender Applaus aus dem links-grün vorsortierten Publikum. Es war jener Moment, in dem die moralische Fassade krachend in sich zusammenfiel – und zwar in Sekundenschnelle.
Friedman, der sich in dieser Runde überraschenderweise als juristisches Korrektiv betätigte, ordnete die Wortwahl seiner Mitdiskutantin trocken ein: „Als Jurist ist das in der Nähe der Beleidigung.“ Buyx versuchte zu rudern, fiel dem Moderator wiederholt ins Wort und brachte schließlich jene Begründung, die das ganze Drama auf den Punkt bringt: „Weil ich ’ne Rampensau bin und weiß, was in diesem Raum funktioniert.“
Was in diesem Raum funktioniert
Ein bemerkenswertes Eingeständnis. Die ehemalige Ethikratsvorsitzende gab also unumwunden zu, dass sie ihre Sprache nach dem Applauspotenzial des Publikums ausrichtet. Genau jenes Verhalten, das sie nur Minuten zuvor der politischen Rechten als Wesenszug vorgeworfen hatte: Effekthascherei, Zuspitzung, Bedienung niederer Instinkte. Friedman hielt fest, was eigentlich offensichtlich war: „Das ist jetzt das zweite Mal, dass man dem Empfänger zuruft: Wenn ihr nicht so drauf wärt, dann wäre ich nicht so. Das geht auch nicht.“
Die Entlarvung einer Kaste
Was sich auf dieser Bühne abspielte, war mehr als nur ein peinlicher Ausrutscher einer einzelnen Person. Es war die Offenlegung eines Denkmusters, das in weiten Teilen des politisch-medialen Establishments tief verwurzelt ist: Was bei den eigenen Leuten als kraftvolle Rhetorik durchgeht, gilt beim politischen Gegner als Beleg für dessen demokratiezersetzende Gefährlichkeit. Wer „Arschgeigen“ ruft, ist eine charmante „Rampensau“. Wer eine andere Wortwahl trifft, dehumanisiert.
Diese Doppelstandards sind kein Zufall, sondern System. Sie ziehen sich durch Talkshows, Podiumsdiskussionen und Leitartikel. Sie sind das ungeschriebene Gesetz einer Klasse, die für sich beansprucht, definieren zu dürfen, was Anstand, Demokratie und legitime Sprache sind – während sie sich selbst von diesen Regeln freistellt. Die Krönung des Abends lieferte Friedman dann selbst, als er der AfD zurief, sie sei „die Partei des Hasses“ und „die Radikalen“. Beifall im Saal, versteht sich.
Heidi Reichinnek und die Lust am Fluchen
Auch Linken-Chefin Heidi Reichinnek, die sich in den vergangenen Monaten ohnehin als Meisterin der parlamentarischen Eskalation profiliert hat, fand die Sache wunderbar. Sie fluche selbst „leidenschaftlich gerne“ und das sei „okay“. Buyx pflichtete bei: Das habe sogar „sehr gute psychische Effekte“. Man konnte förmlich beobachten, wie sich die Diskussionsrunde Schritt für Schritt von dem Anspruch verabschiedete, der sie ursprünglich auf die Bühne geführt hatte.
Wer zahlt den Spaß?
Bemerkenswert ist auch der finanzielle Hintergrund dieser Veranstaltung. Die re:publica wird nicht etwa rein privatwirtschaftlich getragen, sondern zu erheblichen Teilen aus Steuermitteln und öffentlich-rechtlichen Beiträgen finanziert. Der Bürger zahlt also – ob er will oder nicht – dafür, dass ihm von einer Bühne herab erklärt wird, welche politische Position als „radikal“ zu gelten habe und welche Wortwahl als „Hass“ einzustufen sei. Während die eigentlichen Probleme dieses Landes – Wirtschaftsabschwung, ausufernde Kriminalität, eine Migrationspolitik, die ihren Namen nicht verdient, eine Inflation, die durch das 500-Milliarden-Sondervermögen weiter angeheizt wird – kaum Beachtung finden, diskutiert man dort lieber über das Befindlichkeitsmanagement der politischen Mitte-Links.
Ein Spiegel der Republik
Diese Episode ist symptomatisch für den Zustand des öffentlichen Diskurses in Deutschland. Eine selbsternannte moralische Elite, oft staatlich alimentiert, beansprucht die Deutungshoheit über Sprache, Anstand und Demokratie. Doch sobald die Kameras laufen und der Applaus winkt, fallen die Masken. Übrig bleibt eine Rhetorik, die genau das tut, was sie anderen vorwirft. Es ist eine bittere Ironie, dass ausgerechnet eine ehemalige Vorsitzende des Ethikrats – jenes Gremiums, das während der Corona-Jahre wesentlich zur moralischen Abgrenzung und gesellschaftlichen Spaltung beigetragen hat – nun ein solch eindringliches Beispiel für die Verlogenheit des etablierten Diskurses liefert.
Vielleicht ist es genau diese Doppelmoral, die immer mehr Bürger dazu bringt, dem Establishment den Rücken zu kehren. Wer sich permanent vorschreiben lassen muss, was er sagen darf, während die Belehrer selbst sich jeder Disziplin entziehen, der verliert irgendwann das Vertrauen in das System. Und genau das ist es, was wir derzeit in Deutschland beobachten: einen tiefen Vertrauensverlust gegenüber jenen, die sich für die moralische Elite halten. Die Wahlergebnisse der vergangenen Jahre sprechen eine deutliche Sprache.
Fazit: Vertrauen statt Phrasen
In Zeiten, in denen die politische Kaste sich selbst entzaubert, in denen Inflation, Verschuldung und gesellschaftliche Verwerfungen das Land prägen, suchen viele Bürger nach Beständigkeit. Nach Werten, die nicht von der nächsten Talkshow-Pointe abhängen. Nach Vermögen, das sich nicht durch politisches Gerede entwerten lässt. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrhunderte bewiesen, dass sie unabhängig von politischer Tagesrhetorik und moralischer Selbstinszenierung ihren Wert bewahren. Wer sein Vermögen breit aufstellen und gegen die Unwägbarkeiten politischer Fehlentscheidungen absichern möchte, findet in physischem Gold und Silber eine seit Generationen bewährte Ergänzung für ein gesundes Portfolio.

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